HIT Schule

Heidelberger Interaktionstraining zur alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung in der Grundschule (Willkommensklassen, DaZ)

Konzept

Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg! Insbesondere Schulleistungen werden in hohem Maße von der Sprachkompetenz der Kinder mitbestimmt. Somit sind mehrsprachig aufwachsende Kinder mit geringen Kompetenzen in der deutschen Sprache sowie Kinder mit Fluchterfahrung, Kinder aus einer kommunikationsarmen Umgebung und Kinder mit Sprachstörungen von Beginn an in der Schule benachteiligt. Sie benötigen eine intensive Begleitung und Unterstützung bei der Erweiterung ihrer alltags- und bildungssprachlichen Kompetenzen. Im Heidelberger Interaktionstraining zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung in der Grundschule - HIT Schule (Buschmann, unter Mitarbeit von Burgdorf-Fuhse) werden Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte aus der Sprachförderung, der Grundschule und dem Hort für die vielen Möglichkeiten zur Sprachbildung und Sprachförderung im Alltag sensibilisiert und befähigt, die Kinder in diesen Situationen optimal beim Erwerb neuer Wörter und grammatikalischer Strukturen zu unterstützen. Denn Sprache erwerben Kinder am leichtesten in alltäglichen Interaktionssituationen. Deshalb ist es wichtig, sich der eigenen Rolle in der Interaktion mit den Kindern bewusst zu sein und das Sprachangebot in diesen natürlichen Kommunikationssituationen flexibel an die individuellen sprachlichen Kompetenzen eines jeden Kindes anpassen zu können, damit es die neuen Wissensstrukturen besser verarbeiten, speichern und in Zukunft selbst anwenden kann. Im HIT Schule lernen die Teilnehmer*innen noch so kurze natürliche Interaktionssitutionen im schulischen Kontext zu erkennen, weitere zu schaffen und diese bewusst zur Sprachförderung zu nutzen.

HIT Schule ist sehr für Lehrer*innen, die im Bereich DaZ und in Willkommensklassen arbeiten zu empfehlen.

HIT Schule enthält die erfolgreichen Elemente zur alltagsintegrierten Sprachbildung und -förderung aus dem evaluierten HIT Kiga (Buschmann et al. 2015), die auch für den sprachlichen Umgang in natürlichen Interaktionssituationen mit Schulkindern gelten, ergänzt um spezifische Aspekte wie die Förderung von Bildungssprache und die Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichts. 

Zielgruppe

Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen aus dem Grundschulbereich, DaZ Lehrer*innen, pädagogische Fachkräfte aus dem Hort und Freizeitangeboten für Kinder mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung

Inhalte

Hauptziel von HIT Schule ist die Erweiterung der Kompetenzen von Lehrkräften in alltagsintegrierter Sprachbildung und Sprachförderung, sodass Kindern mit Migrations- oder Fluchthintergrund das Lernen neuer Wörter und grammatikalischer Strukturen in Alltagsinteraktionen erleichtert wird.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden im HIT Schule je nach Wissenshintergrund der Teilnehmer*innen  zunächst eine Übersicht über Bedingungsfaktoren für einen erfolgreichen Spracherwerb gegeben und die Besonderheiten bei einem Mehrsprachigkeitserwerb dargestellt. Zudem werden die verschiedenen Sprachauffälligkeiten, die bei Kindern im Schulalter bei ein- und mehrsprachigem Aufwachsen vorliegen können, besprochen und ihre Ursachen erläutert. 

Des Weiteren wird erarbeitet, welche bildungssprachlichen Aspekte für Kinder aus kommunikationsarmer Umgebung oder aus einem Mehrsprachigkeitskontext schwierig sind und welche Möglichkeiten es gibt, den Kindern Brücken zu bauen sowie sie zu befähigen, fehlende sprachliche Strukturen selbst zu erkennen und zu erfragen.

Darauf aufbauend werden mit den Teilnehmer*innen wichtige Grundprinzipien einer sprachförderlichen Kommunikation erörtert. Behandelt werden exemplarische Interaktionen im Unterricht, in Förderstunden sowie in angrenzenden Situationen wie z.B. dem gemeinsamen Frühstück, auf dem Schulhof oder im Hort. Dabei wird speziell auf Besonderheiten des Sprachangebots, das Kinder mit geringen Deutschkenntnissen bzw. mit Sprachauffälligkeiten benötigen, eingegangen. Ausführlich wird erarbeitet, welche sprachlichen Reaktionen der Lehrkraft sich besonders förderlich im Sinne einer Verbesserung der Sprachfähigkeit der Kinder auswirken. Die Bedeutung der Rolle der Lehrperson als Sprachvorbild wird in besonderem Maße betont. Sprachmodellierende Strategien werden geprobt und ihre Anwendung in konrekten Alltagssituationen wie dem Lesen von Wimmelbüchern oder dem gemeinsamen Spiel illustriert. Die kindliche Sprechfreude hemmende Verhaltensweisen werden identifiziert und sprachförderliche Alternativen benannt.

Zudem liegt ein weiterer Schwerpunkt in der gemeinsamen Erarbeitung von Möglichkeiten einer effizienten Gestaltung von sprachsensiblem Unterricht. Jeder Unterricht bietet unzählige Möglichkeiten, Kinder im Erwerb neuer oder in der Festigung unsicher gespeicherter Wörter sowie der Erweiterung grammatischer Fähigkeiten zu unterstützen.

Methoden

HIT Schule ist eine sehr praxis- und handlungsorientierte Fortbildung, in der das Hintergrundwissen anwendungsbezogen und anschaulich und mit direktem Bezug zur Praxis vermittelt wird. Die Module bauen inhaltlich stringent aufeinander auf, sodass Wissen und Handlungskompetenz Schritt für Schritt erweitert werden. Zum Einsatz kommen verschiedene Methoden aus der Erwachsenenbildung wie Powerpoint-Präsentationen, gemeinsame Erarbeitung wesentlicher Inhalte am Whiteboard und mittels Videoclips, Kleingruppenarbeit, gezielte Diskussionen sowie Aufgaben für die direkte Umsetzung in der Praxis. 

Die Wertschätzung der Teilnehmer*innen in ihrer Kompetenz als Fachpersonen und mit ihrer persönlichen Erfahrung spielt eine tragende Rolle in der Vermittlung der Inhalte und der gemeinsamen Erarbeitung von Wissen. Mittels Videoclips und Fallbeispielen werden verschiedene Sprachförderstrategien demonstriert, gemeinsam besprochen und anschließend aktiv in Kleingruppen ausprobiert. Das gezielte und intensive Üben sprachförderlicher Verhaltensweisen mit nachfolgender Reflexion im Rahmen der Fortbildung trägt wesentlich zu einem raschen und erfolgreichen Transfer in die direkte Arbeit mit den Kindern bei.

Die Zeit zwischen den Modulen dient dazu, Erfahrungen mit den gelernten Sprachförderstrategien zu sammeln. Die Teilnehmer*innen erhalten nach Abschluss jeder Sitzung Beobachtungs- und Anwendungsaufgaben. Jedes Modul beginnt demnach mit den Rückmeldungen der Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen aus dem Schul- und Hortalltag. Der Austausch konkreter Erfahrungen untereinander hat sich als sehr profitabel erwiesen um die eigene Position zu reflektieren.

Zu den Inhalten jeder Fortbildungseinheit erhalten die Teilnehmer*innen anschauliches Begleitmaterial zum Nachlesen und Vertiefen.

Organisation

HIT Schule ist als Fortbildung mit sechs halbtägigen Terminen (à 4,5 Stunden) in einer Gruppe von etwa 15 Teilnehmer*innen konzipiert. Die Sitzungen finden im Abstand von etwa vier Wochen statt, sodass die Lehrkräfte über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten begleitet werden.

Bei Interesse sprechen Sie uns bitte per Email buschmann@zel-heidelberg.de oder telefonisch unter 06221/6516410 an.

Wir führen HIT Schule aktuell nur als Inhouse-Schulung vor Ort auf Anfrage durch.