HIT Schule

Das Heidelberger Interaktionstraining zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung in vorschulischer Sprachförderung, Grundschule und Hort

Konzept

Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg! Insbesondere Schulleistungen werden in hohem Maße von der Sprachkompetenz der Kinder mitbestimmt. Somit sind mehrsprachig aufwachsende Kinder mit geringen Kompetenzen in der deutschen Sprache, Kinder aus einer kommunikationsarmen Umgebung und Kinder mit Sprachstörungen von Beginn an in der Schule benachteiligt. Sie benötigen über das Kindergartenalter hinaus eine intensive Begleitung und Unterstützung bei der Erweiterung ihrer (bildungs-) sprachlichen Kompetenzen. Die Übergangsphase vom Kindergarten in die Schule und die ersten Schuljahre bieten hierfür viele Möglichkeiten. Im Heidelberger Interaktionstraining zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung in Vorschule, Grundschule und Hort - HIT Schule (Buschmann, unter Mitarbeit von Burgdorf-Fuhse) werden Fachkräfte aus der vorschulischen Sprachförderung, der Grundschule und dem Hort für die vielen Möglichkeiten zur Sprachbildung und Sprachförderung in den vielen alltäglichen, durchaus sehr kurzen, Interaktionssituationen mit den Kindern sensibilisiert. Sie lernen, sich ihres Sprachverhaltens den Kindern gegenüber bewusst zu werden und das persönliche Potenzial zur Veränderung zu erkennen.

HIT Schule ist unser neuestes Konzept zur Qualifizierung von Fachkräften. Bisher kam es immer wieder vor, dass Fachkräfte aus Schule und Hort am HIT Kiga teilgenommen und davon bereits sehr profitiert haben. HIT Schule enthält deshalb die erfolgreichen Elemente aus HIT Kiga, die auch für den sprachlichen Umgang mit Schulkindern gelten, ergänzt um spezifische Aspekte wie die Förderung von Bildungssprache und die Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichts. 

HIT Schule befindet sich aktuell in der Pilotphase. Sie könnten die ersten sein, bei denen wir das HIT Schule als Inhouse-Fortbildung für die Qualifizierung Ihrer Lehrer*innen durchführen. Wir freuen uns auf Ihr Interesse.

Zielgruppe

Pädagogische Fachpersonen, die in der Kita vorschulische Sprachförderung durchführen, Lehrer*innen aus dem Grundschulbereich sowie pädagogische Fachkräfte aus dem Hort

Inhalte

Im HIT Schule wird zu Beginn eine Übersicht über Bedingungsfaktoren für einen erfolgreichen Spracherwerb gegeben, es werden die verschiedenen Sprachauffälligkeiten, die bei Kindern im Schulalter vorliegen können, anschaulich vermittelt und ihre Ursachen beleuchtet. Zuden erfolgt eine ausführliche Darstellung der Besonderheiten bei einem Mehrsprachigkeitserwerb.

Des Weiteren wird erarbeitet, welche bildungssprachlichen Aspekte für Kinder aus kommunikationsarmer Umgebung oder aus einem Mehrsprachigkeitskontext schwierig sind und welche Möglichkeiten es gibt, den Kindern Brücken zu bauen sowie sie zu befähigen, fehlende sprachliche Strukturen selbst zu erkennen und zu erfragen.

Darauf aufbauend werden mit den Teilnehmer*innen wichtige Grundprinzipien einer sprachförderlichen Kommunikation erörtert. Behandelt werden exemplarische Interaktionen in einer vorschulischen Fördereinheit, im Unterricht sowie in angrenzenden Situationen wie z.B. dem gemeinsamen Frühstück, auf dem Schulhof oder im Hort. Dabei wird speziell auf Besonderheiten des Sprachangebots, das Kinder mit Sprachauffälligkeiten bzw. geringen Deutschkenntnissen benötigen, eingegangen. Ausführlich wird erarbeitet, welche sprachlichen Reaktionen der Lehrkraft sich besonders förderlich im Sinne einer Verbesserung der Sprachfähigkeit der Kinder auswirken. Die Bedeutung der Rolle der Fachkraft als Sprachvorbild wird in besonderem Maße betont. Sprachmodellierende Strategien werden geprobt und ihre Anwendung in konrekten Alltagssituationen wie dem Lesen von Wimmelbüchern oder dem gemeinsamen Spiel illustriert. Die kindliche Sprechfreude hemmende Verhaltensweisen werden identifiziert und sprachförderliche Alternativen benannt.

Zudem liegt ein weiterer Schwerpunkt in der gemeinsamen Erarbeitung von Möglichkeiten einer effizienten Gestaltung von sprachsensiblem Unterricht. Jeder Unterricht bietet unzählige Möglichkeiten Kinder im Erwerb neuer oder in der Festigung unsicher gespeicherter Wörter sowie der Erweiterung grammatischer Fähigkeiten zu unterstützen.

Methoden

HIT Schule ist eine sehr praxis- und handlungsorientierte Fortbildung, in der das Hintergrundwissen anwendungsbezogen und anschaulich und mit direktem Bezug zur Praxis vermittelt wird. Die Module bauen inhaltlich stringent aufeinander auf, sodass Wissen und Handlungskompetenz Schritt für Schritt erweitert werden. Zum Einsatz kommen verschiedene Methoden aus der Erwachsenenbildung wie Powerpoint-Präsentationen, gemeinsame Erarbeitung wesentlicher Inhalte am Whiteboard und mittels Videoclips, Kleingruppenarbeit, gezielte Diskussionen sowie Aufgaben für die direkte Umsetzung in der Praxis. 

Die Wertschätzung der Teilnehmer*innen in ihrer Kompetenz als Fachpersonen und mit ihrer persönlichen Erfahrung spielt eine tragende Rolle in der Vermittlung der Inhalte und der gemeinsamen Erarbeitung von Wissen. Mittels Videoclips und Fallbeispielen werden verschiedene Sprachförderstrategien demonstriert, gemeinsam besprochen und anschließend aktiv in Kleingruppen ausprobiert. Das gezielte und intensive Üben sprachförderlicher Verhaltensweisen mit nachfolgender Reflexion im Rahmen der Fortbildung trägt wesentlich zu einem raschen und erfolgreichen Transfer in die direkte Arbeit mit den Kindern bei.

Die Zeit zwischen den Modulen dient dazu, Erfahrungen mit den gelernten Sprachförderstrategien zu sammeln. Die Teilnehmer*innen erhalten nach Abschluss jeder Sitzung Beobachtungs- und Anwendungsaufgaben. Jedes Modul beginnt demnach mit den Rückmeldungen der Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen aus dem Schul- und Hortalltag. Der Austausch konkreter Erfahrungen untereinander hat sich als sehr profitabel erwiesen um die eigene Position zu reflektieren.

Zu den Inhalten jeder Fortbildungseinheit erhalten die Teilnehmer*innen anschauliches Begleitmaterial zum Nachlesen und Vertiefen.

Organisation

HIT Schule ist als Fortbildung mit sechs halbtägigen Terminen (à 4,5 Stunden) in einer Gruppe von etwa 15 Teilnehmer*innen konzipiert. Die Sitzungen finden im Abstand von etwa vier Wochen statt, sodass die Fachkräfte über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten begleitet werden.

Der nächste Kurs wird im ZEL–Heidelberg im Herbst 2018 starten. Bei Interesse sprechen Sie uns bitte per Email buschmann@zel-heidelberg.de oder telefonisch unter 06221/6516410 an.

Gerne führen wir HIT Schule auch bei Ihnen vor Ort als Team-Fortbildung durch.

Zusatzangebot Mehrsprachigkeit

Für Fachpersonen, die in Einrichtungen mit einem hohen Anteil an mehrsprachigen Kindern arbeiten, empfehlen wir in Ergänzung die Seminare der Zertifizierten Weiterbildung Expert*in Mehrsprachigkeit in Kita und Schule.

Diese bauen aufeinander auf und sind ebenfalls sehr praktisch ausgerichtet. Somit verfügen die Fachpersonen nach der Teilnahme über ein vertieftes Wissen über die Besonderheiten der Entwicklung bei mehrsprachigem Aufwachsen und über den Umgang mit verschiedenen Sprachen in der Familie. Zudem reflektieren sie ihre interkulturelle Haltung. Des Weiteren werden sie in die Lage versetzt, Eltern zum Umgang mit der Mehrsprachigkeit zu beraten sowie einen Elternabend zum Thema professionell durchzuführen.